Two Nights with “THE KING”

The King with DannyWir schreiben das Jahr 1999.
Ich stehe im neuen Einkaufszentrum, den Arkaden am Potsdamer Platz in Berlin in einem riesigen Saturn und höre CD’s an….
In unserem kleinen Dorf in der Pfalz gibt es noch keinen Haushalt der Internet hat!
(ca. 5 Jahre später soll eine örtliche Unterschriftensammlung dafür sorgen, dass endlich eine ISDN-Leitung nach Leimersheim gelegt wird!)
Somit sind die einzige Fundgrube für Informationen über Künstler und ihre Veröffentlichungen Plattenläden und Bibliotheken…
Auf jeden Fall stehe ich da und höre mit Begeisterung und Bewunderung ein Album von „THE KING“, mit dem Titel „Gravelands“ (Damals lag der Preis, glaub ich noch bei 32 DM, das wären 64 Ostmarkt… YEAH!!!) an.
Er covert Songs, verstorbener Künstler, wie Jimi Hendrix, John Lennon, Janis Joplin, usw. so, wie sie klingen würden, hätte Elvis Presley sie zu Lebzeiten zwischen die Stimmbänder bekommen.
Dann gehe ich zwei Etagen tiefer und esse beim KAISER-Bäcker eine Bockwurst mit Brötchen und Senf…
ZEITSPRUNG:
Ziemlich genau 13 Jahre später sitz ich mit Mattes im Bus nach Essen ins „Chicago 33“, unser „musikalisches Wohnzimmer“ im Ruhrpott.
In wenigen Augenblicken werden wir Toschi (mit dem Zug angereist), Makka (Soundmann des Chicagos) unseren Freund Andy treffen, die Anlage und Bühne aufbauen, den Sound checken und nochmal proben, für unseren morgigen Auftritt, mit eben genau diesem, oben genannten „KING“, der mit bürgerlichem Namen (Achtung: kein Scherz!) James Brown heißt. Man kann also sagen, er wurde mit einer hervorragenden Stimme und einem hervorragendem Namen beschert.
Wir haben mit ihm eine Elvis Show ausgearbeitet, die unter dem Titel
„The SUN-Sessions & other Stories“ laufen wird und wie der Name schon sagt, wird ein Teil der Songs aus den frühen Elvis-Titel bestehen, die er bei SUN-Records in Memphis aufgenommen hat. Aber es wird auch keiner seiner restlichen großen Rock’n’Roll-Hits aus den 50s fehlen.

Nach dem Proben, was zum Großteil aus Kaffee trinken und Quatschen besteht, machen wir uns auf den Weg zum Hotel, bzw. zu einem nahegelegenen Italiener, wo wir gleich den King treffen werden, der auf Grund Andy Schröer’s hervorragender Organisation in einem 59er Creme-farbenen Cadillac vom Dortmunder Flughafen abgeholt wurde und nun, genau wie wir auch sehr hungrig sein wird!

ZEITSPRUNG:
Gestärkt und ausgeschlafen, finden wir uns am nächsten Vormittag um 12 Uhr wieder im Chicago ein, wo der überausfleißige Fotograf Jens schon mal das leere Restaurant fotografiert, um dann die bisher erste und auch letzte Probe, zusammen mit James stattfinden zu lassen. Erstes Fazit: WAHNSINN, was der Typ für eine Stimme hat und wie diese der von Elvis ähnelt, vor allem bei getragenen Nummern, wie „Love Me“ oder
„One Night With You“.
Wir haben schon viele, viele „Elvis – Sound-a-likes“ gehört und davon, waren die meisten… Ach wollen wir nicht drüber reden… ;-)
Aber der „KING“ wird seinem (Künstler-)Namen gerecht und toppt echt alles!
Wir drei halten uns, was die Arrangements angeht, im Gegensatz zu sonst extrem nahe an die Original Elvis-Aufnahmen.

Dann werden verschiedene Dinge verrichtet, bis die ersten Gäste eintreffen:
essen, Kaffee trinken, rauchen, Haare machen, Kaffee trinken, ausruhen, James bespaßen, Background-Gesänge üben und Kaffee trinken…
Der Wikinger und sein Karacho-Sounds-Team fahren schwere Kamera-geschütze für den Abend auf und irgendwann stößt dann auch unser Freund und Organisator, Zeus , welcher dieses Projekt ins leben gerufen hat zu uns.
Gegen 22.20 Uhr legen wir auch schon los mit einem ca. 40 minütigem „DatW“ Konzert, noch ohne den King (der sitzt noch im Backstage und spielt Gitarre).
Leider ist das Chicago noch nicht ganz so voll, wie erhofft, woran sich auch im weiteren Verlauf des Abends nichts großartig ändert…

Das Konzert läuft super, die Songs klappen im Großen und Ganzen gut und die Leute sind geflasht, von James und seiner Stimme.
Nachdem wir uns ca. eine Stunde durch die 50er Jahre des jungen Elvis Presley gespielt haben und dem Spontanvorschlag aus dem Publikum „Viva Las Vegas“ nachgegangen sind, gehen wir im Finale über zu späteren Songs „Burning Love“ und „Suspicious Minds“, allerdings auf Grund unserer „Trio“-Besetzung in unserer Version, bevor wir im Zugaben Teil, die Leute nach gut anderthalb Stunden endgültig mit „Crazy Little Thing Called Love“ und „The House Is Rockin’“ von seiner zweiten Platte „Return To Splendor“ rocken.
Nach dem Konzert verabschieden sich die meisten natürlich nicht, ohne sich vorher ein Autogramm beim KING abgeholt zu haben.
Dieser ist Getränke-technisch von Whiskey-Cola auf Milch umgestiegen und genau, wie wir ganz schön geschlaucht von dem über 100 minütigen Powerset.
Nach einen netten Gespräch mit Oliver Steinhoff begeben wir uns in den Backstage, wo der Wikinger und sein Film-Team schon auf uns warten, um ein Interview an uns durch zu führen.

Am nächsten Tag heißt es dann: Früh los, da es von Essen nach Berlin ca. 650 km sind und die A 2 hinterm Kamener Kreuz gesperrt wurde, was der Zeus, mit dem der King fuhr nicht ganz geblickt hat und die zwei deshalb eine Stunde in der Umleitung standen…Hehehe…!!! Naja dafür hat der King ne tolle Stimme und nen tollen Namen…

Im „Roadrunners Paradise“ in Berlin-Prenzlauer Berg, sind wir seit meinem Geburtstag 2009 nicht mehr gewesen. Obwohl das ein wirklich toller, in der Rock’n’Roll-Szene ziemlich angesehener 400 Personen Club ist, was das Glänzen mit einer derartig langen Abwesenheit zu einem „faux-pas“ macht!
Neben-Event des Abends war ein Ex-DatW-Bassisten treffen, denn nicht nur unser Caron war anwesend und machte mit seiner Freundin Svenja einen tollen Job als Mercher, auch Fabian (einige „alte“ Wonderbras-Fans kennen ihn noch z.B. aus dem „Rockin’ Robin“ – Frizz TV Auftritt von 2006) der seines Zeichens während Carons Thailand-Aufenthalts den Bass bei uns gespielt hatte, war vor Ort.
(Das witzige ist, dass die beiden Herren Bassisten in Karlsruhe ca. 15 km von einander entfernt wohnten, auf Facebok befreundet sind und noch nie gemerkt haben, dass sie seit geraumer Zeit beide in Berlin studieren … ich find’s jedenfalls witzig!!!)

Unser DatW- Vorband-Set wurde, wie in Berlin gewohnt mit sehr großem Zuspruch vom Publikum aufgenommen und es tat uns fast ein bißchen Leid, nicht noch eine Zugabe spielen zu können, aber wir waren im „Umzieh-Stress“ und vor allem in Vorfreude auf das King Set, was heute noch musikalisch sicherer und besser Ablief als am Vortag.
Es machte wirklich einen tierischen Spaß, mit dem King auf der Bühne zu stehen, in der Stadt in der ich 13 Jahre zuvor zum ersten Mal ehrfürchtig seine CD angehört hatte.
Wir sind echt „All shook up“ was uns in Zukunft noch alles mit James „THE KING“ Brown erwartet…