Big things goin’ on…

Ja, lieber Wonderblog-Leser, unser letzter Beitrag (zu dem ich Mattes hiermit nochmal beglückwünschen möchte, da er wirklich sehr gelungen war;-) liegt schon eine ganze Weile zurück. Aber dass wir so „schreibfaul“ waren bedeutet in der Umkehrkonsequenz, dass wir in anderen Bereichen sehr fleißig waren.

Doch alles der Reihe nach…

 

Die Vor-Osterwoche stand bei uns ganz im Zeichen der Vorbereitung und zwar nicht nur in der Ostervorbereitung, sondern unsere Instrumente mussten schließlich startklar gemacht werden für unsere Recording-Sessions zu unserem kommenden Album… (Wenn unser Label, dass im Moment noch alle Hände voll zu tun hat das „Rockabilly Party“-Album zu promoten erfährt, dass wir demnächst schon wieder eine neue Platte fertig haben springen sie vor Vorfreude entweder im Dreieck oder von einer Brücke… ;-) hoffen wir mal Ersteres!)

Aber zunächst machten wir uns auf, ins schöne Bad Lippspringe um im dortigen Rockabilly-Club die Fastenzeit zu beenden… zu unserer Überraschung erfuhren wir, als wir dort ankamen, dass das Konzert nur bis 23 Uhr gehen soll, aber schon um 20 Uhr beginnt. Da die Fastenzeit erst um 0.00 Uhr beendet werden sollte, hatten wir dann direkt nach dem Auftritt Zeit die Anlage abzubauen und einzuladen…

Was letztendlich besser für unser Equipment war…

Unser neuer Freund Thorsten, der den Club betreibt und damit ein echtes Paradies für den ost-westfälischen Rockabilly geschaffen hat, hat uns gleich sehr herzlich begrüßt und sich gut um uns gekümmert, sodass es uns an nichts fehlen sollte…

 

Das Publikum hatte glücklicher Weise schon etwas früher als wir in Erfahrung gebracht, dass das Konzert schon um 20 Uhr losging und so füllte sich ab 19 Uhr der Saal rapide.

So was sieht man doch immer wieder gerne…

Wir freuten uns umso mehr, einige bekannte Gesichter u.a. von den Paderbillys und den Wildbillys anzutreffen.

Dann legten wir um kurz nach Acht mit einem unserer beiden Sets los und erklärten den Leuten nochmal, was das für ein besonderes DatW-Konzert heute Abend werden sollte…

Nämlich eine komplett „nüchterne“ Wonderbras-Band ist außerhalb der Fastenzeit eher selten anzutreffen. Experten sind ja der Überzeugung, dass wir ohne Alkohol um Welten besser spielen würden als mit… J

Wir finden, dass beide Zustände etwas für sich haben, solange man es nicht übertreibt…

So genossen wir es also noch ein paar Stunden „trocken“ zu sein und feierten diesen Zustand auch entsprechend musikalisch ab und das Publikum mit uns!!!

Der Abend wurde grandios und nach gegen halb zwölf begannen wir mit Abbau und dem Einladen, was beides selten so schnell von statten ging!!!

Um 23.59 konnten wir also nach sechs Wochen endlich dem Milchkaffee als Bier-Ersatz abschwören und zählten der Countdown rückwärts… um 0.01 Uhr bestellten wir dann Bier Nummer Zwei und es war, wie es irgendjemand in der Runde so treffend beschrieb, als würde einem „ein Engelchen auf die Zunge pissen“!

Einfach köstlich…

Trotz etwas schmerzenden Kopfhaaren, machten wir uns am nächsten Morgen sehr zeitig auf den Heimweg, um wenigsten den Ostersonntag im Kreise unserer Liebsten verbringen zu können.

Denn am Ostermontag hieß es schon wieder „Abschied nehmen“, da wir ein wahnsinnig tolles Studio in Merklingen/ Weil der Stadt gebucht hatten um zusammen mit Samson Geiger, der schon unsere vorigen Alben gemastert hatte, unser neues Album zum ersten mal in der Band-History analog auf Band einzuspielen. Normalerweise werden Aufnahmen heutzutage digital aufgenommen, da man mehr Möglichkeiten hat, was z.B. das Schneiden oder bearbeiten einzelner Spuren angeht und es schlicht weg auch günstiger ist. Aber man kann digitale Aufnahmen im Nachhinein noch so sehr bearbeiten und „auf alt“ machen, erlangen doch nie den Charme analoger Aufnahmen, wie sie bis zu den 70er Jahren üblich waren…

Jedenfalls standen wir erst mal im Stau und kamen somit erst um halb sieben an den Bader Studios an.

Zunächst einmal wurde alles eingerichtet und vorbereitet, vor allem die Mikrofonierung Toschis Schlagzeug nahm mehrere Stunden in Anspruch, da dies für den Klang der Platte entscheidend ist, ebenso Mattes Bass-Sound, welcher mit drei Mikrofonen abgenommen wurde und damit Toschis Getrommel hinterher nicht auf den Bassmikrofonen zu hören ist, wurde um Mattes herum eine Art Tipi-Zelt mit Fenster und Luftzufuhr gebaut, damit wir uns zwar sehen, aber nicht riechen und nur über Kopfhörer hören konnten.

Der Gitarren-Verstärker wurde ebenfalls in einen akustisch abgeschotteten Raum verfrachtet, um auch hier Überschneidungen zu vermeiden.

So nahmen die ersten beiden Tage ziemlich viel Zeit in Anspruch, den richtig-geilen Sound auf Band zu bekommen.

Am Mittwochabend waren alle Schlagzeug- und Bass-Spuren im Kasten und wir fingen an den Gitarrensound zu suchen…

Da ich live immer „nur“ eine Gitarre spielen kann, nutze ich im Studio gerne die Möglichkeit mehrere Gitarren-Sounds auf eine Platte, bzw. in einen Song zu bekommen, was wiederum ein Umstellung des Gitarren-Spiels erfordert.

Welche Gitarre passt gut zu welchem Song, mit welchen Effekten, über welchen Verstärker und was genau spiel ich mit ihr???

Obwohl man sich im Voraus selbstredend schon ausgiebig mit diesen Fragen auseinandersetzt, ist es direkt vor Ort im Studio wieder eine ganz andere Geschichte…

So standen Donnerstag und Freitag allein unterm Gitarren und Vocal-Recording-Stern…

Den Gesang und die Akustik-Gitarre nahmen wir zumeist gleichzeitig auf, was sehr gut für’s Feeling ist, während ich die E-Gitarren, bei voller Konzentration auf den Part, separat einspielte.

Zwar wurden wir nicht komplett fertig mit den Aufnahmen, sodass wir nächste Woche nochmal einen Tag im Studio gebucht haben, aber das Ergebnis ist echt KILLER und man hört, dass viel Mühe und Liebe zum Detail in der Platte steckt und wie heißt es doch so schön: gut Ding will Weile haben ;-)

Wir, allen voran ich konnten aus der Studioarbeit mit einem so erfahrenen, alten Hasen wie Samson… der schon an Live-Touren und Studio Produktionen weltweit, mit Leuten wie Motörhead, den Scorpions, Meat Loaf, BAP, Marius Müller-Westernhagen u.v.m. mitgewirkt hat, also mit den ganz, ganz Großen im Business zusammenarbeitet, viel lernen und mitnehmen, was man bei unserer eigentlich Haupt-Tätigkeit als Live-Mucker nicht so bewusst mitbekommt.

Wir können es kaum abwarten, die ersten Ergebnisse zu Ohr zu bekommen und freuen uns tierisch auf das kommende Album!!!

Ein weiterer höchst-positiver Nebeneffekt der Studiosoundexperimentiererei war, dass wir ebenfalls mit Amps rumprobierten und neben meinem (sehr lauten!!!) VOX AC 30, bzw. AC 15 noch einen Verstärker der Marke „Felleretta“ aus dem nahegelegenen Leonberg von dem Amp-Bauer höchst selbst dazu liehen, der mir auf Anhieb sound-technisch, wie auch optisch so gut gefiel, dass ich ihn unbedingt kaufen muss, und ihn künftig auch Live spielen werde… er wird zur Zeit sogar, der Bühnentauglichkeit halber für mich noch etwas modifiziert…

Für die interessierten Gitarristen und Bassisten unter euch, die einen geilen Amp suchen, der optisch wirklich „unique“ ist, schaut doch mal rein:

http://www.felleretta.de  kann ich nur wärmstens empfehlen.

Jedenfalls brachten wir den geliehenen Verstärker zurück zum (NOCH-) Besitzer, nach dem wir am Samstagmittag unser Zeug aus dem Studio geholt hatten, um unsere Zelte im schönen Siebeldingen, dem schönsten Ort der südlichen Weinstraße aufzuschlagen.

Etwas verfrüht nahmen wir in einem optisch sehr ansprechenden kleinen Café Omlett zu uns… wobei es meines Wissens das einzige Café ist, dass sowohl in dem komplett auf Alkohol in der Getränkekarte, sowohl auch auf die Getränkekarte selber und zu guter Letzt auch auf die Gästetoiletten verzichtet wird… immerhin ein Alleinstellungsmerkmal, heutzutage!

 

Danach machten wir uns in den „Geilweiler Hof“, um in einem Weinrebengewächshaus, dessen äußere Fassade zur Zeit auch ein Bild unseres Homepage-Slide-Headers ziert unsere kleine Bühne aufzubauen.

Die Akustik war zum Zeitpunkt des Soundchecks dann auch eben so, wie es in nun mal in einem leeren Glasgewächshaus klingt, in dem eine Rock’n’Roll-Band spielt.

Also eines war klar, damit der Sound auch nur annährend anhörbar werden würde, benötigte es viele Leute im Publikum und die kamen auch, was nicht nur die Akustik um Welten verbesserte, sondern auch uns zu einem tollen Abend verhalf, denn man merkte den Leuten einfach an, dass sie allesamt € 18,- Eintritt zahlten , um uns zuzuhören und deshalb auch dementsprechend gewillt waren, mit uns eine geile Party bei Weißherbst- und Rieslingschorle zu feiern…

Was nach einer 6-wöchigen Fastenzeit und einer darauffolgenden arbeitsreichen, intensiven Woche im Studio genau das war, was wir brauchten!!!!

Und somit wurde vor der Bühne nicht nur Pogo zu „Julia“ getanzt, sondern auch unser Freund „Michaelvis“ war aus dem fernen Berlin angereist, um den Pfälzer Wein zu testen und mit uns die Klassiker „Folsom Prison Blues“ und „Blue Suede Shoes“ zu schmettern.

Und somit bleibt nicht mehr viel zu sagen, als:

SEX, DRUGS & RIESLINGSCHORLE!!!